Archiv für August 2009

50% der Autohändler in 2010 angeblich vor dem Aus :-(

Freitag, 28. August 2009

Bedeutet das Ende der “Abwrackerei” und damit das Ende der künstlichen Nachfrage-Erzeugung letztlich das Ende für viele Autohäuser?
Wie heute in den Medien (u.a. in der WELT) berichtet wird steht dies zu befürchten. Angeblich stehen die Hälfte der deutschen Autohändler im kommenden Jahr vor der Insolvenz. Herausgefunden hat das die Unternehmensberatung Roland Berger (und die müssen es wissen!) im Rahmen einer aktuellen Studie.

Die Chancen, dass hier im nächsten Jahr noch geschraubt wird, stehen laut Roland Berger nur bei 50%

Die Chancen, dass hier im nächsten Jahr noch geschraubt wird, stehen laut Roland Berger nur bei 50%

Die Studie zeichnet ein düsteres Bild. Demnach könnten in der Automobilbranche mehr als 90.000
Jobs, vor allem in den Autohäusern (30.000), im kommenden Jahr wegfallen. Die Konsequenz wäre laut RB u.a. eine deutlich verkleinerte Zahl von Handelsbetrieben und Vertragswerkstätten – von mehr als 27.000 heute aktiven bliebe nur die Hälfte bestehen.

Dies hätte auch für das Werkstatt- und Reparaturgeschäft deutliche Folgen. Zum einen steht dem Autofahrer zukünftig eine wesentlich kleinere Zahl an Vertragswerkstätten zur Verfügun. Zum anderen wird die Zahl der beschäftigungslosen Automechaniker ansteigen, die viele Reparaturen an ihren Fahrzeugen in Eigenregie erledigen bzw. diese für Dritte “schwarz” ausführen können.

Die Folge daraus wäre u.a. eine erhöhte private Nachfrage nach Autoteilen. Und diese wird sich mit Sicherheit dann in nicht unwesentlichem Umfang in Richtung des Internets orientieren. Eine zusätzlich schlechte Entwicklung  für das Autohaus – eine gut jedoch für Online-Anbieter von Ersatzteilen wie daparto.de & Co.

Buchtipp – “Die 100 teuersten Autos”…

Donnerstag, 27. August 2009

Heute las ich bei Spiegel Online von einem neuen Buch mit dem Titel “Die 100 teuersten Autos“, das vor Kurzem im Heel Verlag erschienen ist. In diesem Bildband werden Fahrzeuge wie der Ferrari 250 Testa Rossa, Pontiac Bonneville Special, Maserati Boomerang oder der Sunbeam TT in eindrucksvollen Bildern portraitiert. Man stelle sich einmal vor – der 250 TR ging seinerzeit für 9 Mio. Euro über den Tisch des Hauses…

Geschenkt ist noch zu teuer - Der Hyundai Accent I

Geschenkt ist noch zu teuer - Der Hyundai Accent I

Das Buch brachte mich auf die Idee, einmal ein Gegenstück mit dem Titel “Die 100 wertlosesten Autos” zu verfassen, in dem die 100 größten Schrottmühlen in einem Buch gesammelt vorgestellt werden. Darin würden dann Schmankerl wie der Ford Scorpio, der Hyundai Accent, der Opel Kadett D oder der SEAT Toledo verewigt. Warum gerade diese Modelle? Weil ich einige entweder schon zu “Lebzeiten” ziemlich hässlich fand (legendär u.a. der “Schlüpfer-farbene” Koreaner eines ehemaligen Kollegen) und/oder sie sich als besonders Reparatur- bzw. Ersatzteile-intensive Kandidaten präsentiert haben.

Vielleicht verfolge ich die Buch-Idee eines Tages einmal weiter. Bis dahin blättere ich noch ein wenig im genannten Bildband…

“Wer Auto Ersatzteile braucht soll wählen können…”

Dienstag, 25. August 2009

…so lautet seit Jahren ein Wahlspruch des Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA), der Interessenvertretung des “Independent  Aftermarket” in Deutschland.

Seit gestern hat dieses Thema durch eine Untersuchung des ADAC neuen Wind in die Segel bekommen. Die “Gelben Engel” haben nämlich herausgefunden, dass zwischen Originalteilen (= denen, die man im Autohaus kaufen kann bzw. verbaut bekommt) und Identteilen (= denjenigen, die man in einer freien Werkstatt bzw. Teilehandel bekommt) keine Qualitätsunterschiede zu erkennen sind, wohl aber deutliche Unterschiede in Punkto Preis.

Auch sie kann bei Ersatzteilen für ihren VW Tiguan Geld sparen...

Auch sie kann bei Ersatzteilen für ihren VW Tiguan Geld sparen...

Diese Erkenntnis ist in Schrauberkreisen alles andere als neu, wird dem “normalen” Autofahrer jedoch nun von Deutschlands Instanz Nummer in Auto-Themen über die Medien aufs Brot geschmiert (Bravo nach München – und das nur wenige Wochen vor der IAA!). So berichten u.a. die Süddeutsche Zeitung und der Focus in ihren Online-Ausgaben bereits darüber. Der Focus spricht sogar von “Abzocke mit Autoteilen”. :-) Anzunehmen ist, das weitere Berichte folgen werden. Und dann wird es ungemütlich für die ohnehin schon arg gebeutelte Vertragswerkstatt. In Ermangelung eines rund laufenden Neuwagen- (Rabattschlacht und Abwrackwahn) und Gebrauchtwagen- (zu hohe Restwerte, Preisverfall und Überangebot) Geschäfts wurden die Profite in der Vergangenheit über den Reparatur- und Wartungsbereich generiert.

Der Autofahrer hat ja keine Ahnung, was die Teile kosten (sollten) und zahlt dazu widerwillig zum Teil horrende Stundesätze. Da macht es dann wenig Freude, den Golf IV oder den Opel Astra F in die Vertragswerkstatt zu bringen. Da aber Golf III und Co. (= Autos älter als 8 Jahren) meist schon kaum mehr vorstellig wurden (und entweder von der freien Werkstatt, ATU oder PitStop bedient wurden), musste die verbliebene Reparatur-Zitrone eben etwas fester gepresst werden. Das Resultat: Preisunterschiede bei Ersatzteilen im Vergleich OE- und Identteil von durchschnittlich 30%!

Wenn etwa eine Wasserpumpe, eine Zylinderkopfdichtung  oder ein Radlager für einen Seat Toledo 1.9 TDI als Originalteil (produziert z.B. von Bosch oder SKF) mehr als 36% teurer ist als das Identteil ohne den Seat-Stempel (aber in der Verpackung von Bosch bzw. SKF) dann wird die Argumentation gegenüber dem nun informierten Autofahrer schwer bis unmöglich. Die Autohäuser bekommen durch den Bericht des ADAC zukünftig sicherlich noch ein weiteres Problem in einem bisher noch sehr gut laufenden Bereich. Aber warum sollte es dem KFZ-Reparaturbereich bei Ersatzteilen anders ergehen als anderen Branchen? Man erinnere sich nur an das Thema “Mövenpick Eis in der Aldi-Verpackung” oder die Siemens VDO Navis, die unter anderem Label bei Discountern reissenden Absatz (durch günstigeren Preis) fanden.

Am Ende ist die Diskussion bzw. deren Auswirkungen sehr spannend. Mir persönlich ist das Thema allerdings schon länger gleichgültig. Ersatzteile und Verschleißteile für zu reparierende Autos – ob Radlager, Anlasser, Stoßdämpfer oder Bremsbeläge – kaufe ich seit jeher im freien Markt (bzw. seit den letzten Jahren vor allem Online). Wenn man weiß, welcher Hersteller für OE-Qualität steht (z.B. Conti, Bilstein, Valeo, Elring, etc.), weil er die Fahrzeughersteller beliefert, kann man guten Gewissens zu dessen Identteilen greifen - und echtes Geld sparen.

Gestern erfolgreich verkauft – VW Golf V 2.0 TDI Sportline

Montag, 24. August 2009

Gestern war es einmal wieder so weit – der private Verkauf eines “Jungen Gebrauchten”, genauer gesagt des VW Golf V 2.0 TDI “Sportline” eines guten Freundes, stand an.

Das Auto mit EZ 12/2006 und einer Laufleistung von knapp 64.000 Kilometern hatte in den vergangenen 2 Jahren stets gute Dienste geleistet. Aufgrund eines Arbeitsplatzwechsels nach Berlin-Mitte stand der Sportler leider nun schon seit knapp 4 Monaten herum. Ausschlaggebend für den Verkauf des Autos war zum einen, dass er nicht mehr gebraucht wurde und zum anderen selbst durch die Herumsteherei unnötige Kosten verursacht wurden. Neben Steuern und Versicherung verlangte der Golf vor Kurzem nach neuen Bremsscheiben und Bremsbelägen – die Bremsen waren durch das lange Stehen fest gerostet Den Austausch haben wir zwar an einem Wochenende selbst erledigt – die Tage des TDI waren aber gezählt.

Der VW Golf V 2.0 TDI "Sportline" - auch für ihn gibt es günstige Ersatzteile im Web

Der VW Golf V 2.0 TDI "Sportline" - auch für ihn gibt es günstige Ersatzteile im Web

Das Auto wurde also bei mobile.de inseriert und es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Interessenten meldeten. Es begann das übliche Spielchen – auf 5 Anrufer kamen 4, die völlig idiotische und zum Teil sogar unverschämte Angebote unterbreiteten (für ein Auto, das mit knapp 13.000 Euro inseriert ist und diese auch wert ist wurden gern einmal 10.000 Euro geboten. Man fragt sich, ob und bei wem solche Aktionen auch mal zum Erfolg führen…). Schließlich meldeten sich aber auch ernstzunehmende Käufer – u.a. ein Ehepaar aus Süddeutschland, das gestern Mittag auf der Matte stand. Beide hatten keine große Ahnung vom Autokauf (mein Eindruck), der Mann entpuppte sich aber als ziemlicher Erbsenzähler, der mit der Lupe um das Auto schlich Am Ende kroch er fast unter das Auto und meinte, “der Endtopf sei ja demnächst dann auch einmal fällig”.

Hm. Kann sein. Auto hat gestanden. Korrosion hat bestimmt stattgefunden. Der Endtopf sah wirklich etwas angegriffen aus, OK, aus der Nummer kommen wir nicht raus und haben das auch nicht bedacht Vorschlag des sich nun siegessicher gebenden Interessenten: “Wir kaufen das Auto, Sie sollten aber mindestens den Preis eines neuen Endtopfes vom Kaufpreis abziehen.” Auf die Frage, was er denn als konkrete Summe meine, sagte er “Bei VW kostet sowas zwischen 400 und 500 Euro. Das müssen Sie dann vom Preis herunterrechnen.”

Der Herr hatte die Rechnung allerdings ohne das Web gemacht, genauer gesagt ohne daparto.de. Dort schauten wir gleich einmal nach (Eine real-Time Preisrecherche per WLAN auf einem Parkplatz in Berlin Mitte ist definitiv 21. Jahrhundert!) Unter den mehr als 6300 Angeboten für den VW Golf V 2.0 TDI befinden sich nämlich auch diverse Endschalldämpfer der Qualitätsmarken Walker und Ernst. Einen Walker ESD kann man demzufolge bereits ab 68 Euro + Versand bekommen. Diesem Fakt konnte sich der potenzielle Käufer nicht verschließen und nahm Abstand von seinen geplanten 500 Euro Preisnachlass. Wir einigten uns schließlich auf einen Abzug auf den Kaufpreis von 120 Euro und alle Parteien waren mehr (Verkäufer) oder weniger (Käufer) zufrieden.

Fazit des Tages: The Web rules! daparto.de rocks!