Der Zündapp Janus war ein viersitziges Rollermobil, das von 1957 bis 1958 bei der Zündapp-Werke GmbH in Nürnberg hergestellt wurde. Damals galt das Mobil als „Kleinwagen“, in der heutigen Zeit jedoch passt es in die Kategorie „Kleinstwagen“.
Die Entwicklung geht auf den Prototyp „Dornier Delta“ von Claudius Dornier zurück, der die Produktionslizenz von Zündapp erworben hatte. Die Fertigung startete 1957 und bereits 1958 wurde der Janus nach nur 6902 Exemplaren wieder eingestellt. Wie viele ähnliche Kleinstwagentypen aus der Zeit, verschwand auch der Janus nach so kurzer Produktionszeit aus dem Strassenbild, weil sein Preisvorteil gegenüber den damaligen kleinen Mittelklassewagen zu niedrig war. Das ungewöhnliche Design mit den gleichen Türen an Front und Heck, sowie die Sitzposition swaren ausschlaggebend dafür den Namen des doppelköpfigen römischen Gottes Janus zu verwenden. Die Passagiere im Fond saßen Rücken an Rücken mit den Frontpassagieren, konnten somit den hinteren Verkehr beobachten und hatten eine Bein- und Kopffreiheit wie in einem Fahrzeug der Mittelklasse. Der Transport sperriger Güter war verhältnismäßig unproblematisch. Der Janus verfügte über noch weitere interessante Ausstattungsdetails, wie z.B. der sonst nur bei einigen Sportwagen eingebaute Mittelmotor, die hydraulische Vierradbremse und die Einzelradaufhängung aller Räder, welche ein sehr gutes Fahrverhalten mit wenig Seitenneigung trotz hinterer Pendelachse brachte. Schaufelförmige Rippen erhöhten die Stabilität der Bremstrommeln und sorgten ständig für Kühlung. Der eingebaute Mittelmotor schaffte eine ideal ausgewogene Gewichtsverteilung im Fahrzeug, allerdings hatte die Verwendung des Mittelmotors jedoch den Nachteil, dass es im Innenraum zu laut wurde.



