Kennen Sie den noch? Es ist nun 20 Jahre her, Deutschland wurde wieder vereint und kaum jemand errinnert sich heute noch an diesen putzigen Kerl hier, weil er fast völlig aus dem Straßenbild verschwunden ist. Räääng…Dägge…Däng, so knatterten die Weggefährten zu tausenden über die Straßen. Heute sind noch gut 35000 Trabbis auf Deutschlands Pisten unterwegs, befinden sich zumeist in Liebhaberhänden, genießen Kultstatus und sind beliebte Sammlerstücke, nicht nur bei Ostalgikern, sondern auch bei Trabbifans aus den alten Bundesländern. Damals galt er als besonders robust, zuverlässig und sparsam, später leider als veraltet, was dann dazu führte, dass die Produktion nach über 3 Millionen Trabbis 1991 eingestellt wurde. Aber blicken wir einmal zurück in die 1950er Jahre. In der DDR kommt die Autoindustrie so gut wie gar nicht in Gang, obwohl man die alten Auto Union Werke übernommen hatte. Es gibt keine Produktionsstätten, vor allem aber herrscht Materialknappheit und immer mehr Menschen verlassen das Land. So beschließt das Politbüro 1954, ein Auto muss her, nicht nur um die Menschen hier zu behalten, sondern auch um wirtschaftlich mit dem Westen gleich zu ziehen. Kompakt muss er sein, robust und billig. Blech ist kaum zu bekommen und zu teuer. So lautete der Auftrag, Aussenhaut aus Kunststoff, leichte Karosserie und wenig Verbrauch. Als Vorbild sollte der in Bremen gebaute Lloyd dienen. Der erste Prototyp des Trabbi wurde dann 1954 im Trabbi-Entwicklungszentrum in Karl-Marx-Stadt vergestellt. Leider war es kein Erfolg, er war zu klein, zu eng und zu teuer, da zu viel Blech verbaut war. Das hätte die Produktionskosten in die Höhe getrieben.
3 Jahre später war es dann 1957 soweit, der P50 ist da und wird auf der Leipziger Messe der Öffent-lichkeit präsentiert. Er sieht modern aus, hat viel Platz und eine für die Zeit moderne Technik, der luftgekühlte Motor leistet 18 PS, die selbsttragende Karosserie ist mit Phenoplast beplankt. Geschaltet wird über einer Krückstockschaltung. Um einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten und den Kapazitäten gerecht zu werden, fusioniernen die Werke AWZ und Sachsenring zu VEB Zwickau. Ein neuer Motor und ein synchronisiertes Getriebe werteten den P50 ab dann auch P500 genannt, 1959 auf. Ein Kombi ist nun ebenfalls machbar.
Der P600 wurde 1963 mit einem neuen Motor ausgestattet, er leistet 23 PS. Es ist aber nur ein kurzes Gastspiel, weil der P600 als nicht mehr so modern galt. Optisch wurde er nur noch mit Streifen und Schriftzug am Heck aufgewertet. Eine neue Karosserie, auf gleicher Bodengruppe, war somit beschlossene Sache.
Der P601 kommt 1964, er ist länger und leichter, die neue Optik überzeugt. Ausgestattet mit nunmehr 26 PS und einem Ladevoloumen von 1400l im P601 Universal, trumpfte der Trabbi auf. Der P601, sollte nur 4 Jahre gebaut werden, um anschließend neue Modelle auf den Markt zu bringen, was dann aber einfach an der politischen Lage und der wenigen Nachfrage scheiterte. Im laufe der Jahre oder Jahrzehnte, wurde der Trabbi immer weiter entwickelt. Er bekam eine Scheibenwaschanlage, Zweikreis-Bremse, die Batterie wurde auf 12V umgestellt, H4 Scheinwerfer und eine elektronische Zündanlage. Lieferbar war der Trabbi als Standard, Trabant S und de luxe. Von der Bestellung, bis zur Auslieferung des Trabbi, vergingen 26 Jahre, die Technik war veraltet, im Herbst 1989 versuchte man den Trabbi mit einem 1,1l Polo-Herz zu retten und für den Markt fit zu machen. Er sollte mit dem von VW zugekauften Motor fast 20.000 Mark kosten. Gebrauchte BMW oder Golf zu günstigen Preisen, waren nach dem Mauerfall mit ein Grund für die geringe Nachfrage des Trabbi, was 1991 dazu führte, dass die Produktion eingestellt wurde.
Noch ist er ein Konzept, doch wenn alles klappt, dann ist er vielleicht schon ab 2012 wieder als Stadtflitzer mit Elektroantrieb unterwegs.