
Mercedes-Benz G-Klasse
Die G-Klasse (oder auch G-Modell; G steht für Geländewagen) gehört zur Modellpalette von Mercedes-Benz und wird seit 1979 in beinahe unveränderter Form produziert. Aus technischer Sicht erfuhr der Geländewagen vor allem immer wieder Modifikationen, die speziell die Motorvarianten, das Interieur und die Sicherheitsmerkmale betreffen.
Die G-Klasse wurde im wesentlichen in drei Aufbauvarianten für die zivile Nutzung gebaut: ein zweitüriges Cabriolet, ein geschlossener Dreitürer und eine fünftürige Langversion. Die ursprüngliche Variante des W460 wurde bis 1990 gefertigt, danach erfolgte eine Aufspaltung in zwei Modelle für verschiedene Kundenansprüche. Der W461 konnte mit zuschaltbarem Allradantrieb und etwas reduzierter Ausstattung für Behörden geordert werden und für die Kommunen und Streitkräfte der W463 mit gehobener Ausstattung und permanentem Allradantrieb. Die unter der Bezeichnung W462 gefertigten Fahrzeuge sind die W461, die als CKD-Sätze bei ELBO in Griechenland montiert werden. Seit dem Auslaufen der W461-Baureihe im Jahre 2001 wird der Kundenstamm mit dem G 270 CDI Worker bedient. Dieser verfügt über einen 2,7 Liter Reihenfünfzylinder mit 156PS und hat ein max. Drehmoment von 400 Nm. Seit 2007 wird er auch als G 280 CDI, jedoch nur für Behörden und Kommunen sowie das Militär, angeboten. Für Privatpersonen stand die neue Variante des W461 zuerst als „EditionPur“ in limitierter Auflage ab Mai 2009 zur Verfügung. Seit Januar 2010 ist ein nahezu baugleiches Modell als G 280 CDI, bzw. G 280 / 300 (mit Euro5) CDI erhältlich. Diese neue Variante des W461 basiert jedoch nicht mehr auf der W460 Antriebstechnik, sondern auf der des W463. Die Fahrzeugelektronik wurde größtenteils in den Innenraum verlegt, um den harten Einsatz beim Militär und bei Behörden standhalten zu können.
Im Jahr 1972 vereinbarten die Daimler-Benz AG und der österreichische Hersteller Steyr-Daimler-Puch (jetzt Magna Steyr) die gemeinsame Entwicklung eines Geländewagens. Der starke Druck den Plan zu verwirklichen, kam aus dem Iran, der im Besitz von bis zu 18 % der Daimler-Benz-Aktien war und dringend für Grenzpatrouillen sowie Jagdwagen ein Geländefahrzeug benötigte. Zu Beginn hoffte man auch auf die Bundeswehr als zusätzlichen Kunden. Aus Kostengründen fiel aber jedoch die Wahl auf den billigeren VW Iltis. Die Serienproduktion begann 1975 am Produktionsstandort Graz. An diesem Ort wird die G-Klasse bis heute mit einem erheblichen Anteil an manueller Arbeit hergestellt. Neben der Produktion ist seit 1992 auch die Weiterentwicklung der G-Klasse in Graz angesiedelt. Der unterschiedliche Markenname Puch G bzw. Mercedes-Benz G-Klasse basiert auf der vereinbarten Vertriebsverantwortung zwischen Mercedes und Puch. Der Geländewagen wurde in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Slowenien, Kroatien, Jugoslawien, ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Bosnien/Herzegowina, Großbritannien (W461) und in Teilen Afrikas als Puch G verkauft, in allen anderen Ländern als die Mercedes G-Klasse.
Die Basis des Fahrzeugs bildet ein Leiterrahmen aus geschlossenen Längsprofilen und Quertraversen. Geländewagentypisch sind die starren Achsen, die langen Federwege und die große Bodenfreiheit sowie zuschaltbare Differentialsperren. Im Gelände zeigte die G-Klasse gute Leistungen, so dass sich bis heute nicht nur Offroad-Freunde, Jäger und Reiter für das Auto begeistern können. Auch verschiedene Streitkräfte, Feuerwehren, Katastrophenschutz und die UNO nutzen den Wolf, eine Variante des G-Modells. Als Einstiegsmotor stand 1979 der 2,4-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor mit 72PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 117 km/h zur Verfügung. Es stellte sich schließlich heraus, dass der 300 GD mit dem aus der Pkw-Produktion bekannten 3-Liter-Reihenfünfzylinder die beliebteste Motorenvariante war. Der 280 GE leistete aufgrund eines Filtersystems gedrosselte 156PS. Eine erweiterte Variante des 300 GD als 300 GD „Turbodiesel“ wurde nicht mehr realisiert, da die nachfolgende Motorengeneration bereits in den Startlöchern stand. Auf besonderen Kundenwunsch hin wurden aber dennoch einige Fahrzeuge ab Werk mit diesem Motor gefertigt. Automatische Getriebe aus den leichten Transporterreihen von Mercedes-Benz waren ab 1981 für den 230 GE, den 280 GE und den 300 GD optional erhältlich. In den folgenden Jahren wurde immer wieder die Ausstattung erweitert, u.a. bekam das Cabrio ein hochwertigeres Verdeck. Auch der Katalysator war ab 1984 für die G-Klasse erhältlich.
Die Produktion der neuen Baureihe W463 begann 1990. Im Jahr 1992 wurde der W460 vom W461 abgelöst. Ein Jahr darauf wurde der 500 GE mit V8-Motor als Sondermodell präsentiert. Gleichzeitig wurden bei allen Mercedes-Baureihen die Typenbezeichnung umgestellt (z.B. 290 GD zu G 290 D). 2001 wurde der Verkauf der Modellreihe 461 eingestellt. Diese wird aber weiterhin für Militär und Kommunen weiterproduziert. Im gleichen Jahr fand eine Abkehr vom „klassischen“ Allradantrieb mit starr zuschaltbarer Vorderachse hin zum Antrieb des 463er-Modells mit permanentem Allradantrieb statt. Seit 2009 ist der W461 auch wieder für Privatkunden bestellbar. Seit 1999 gibt es auch das erste G-Modell vom hauseigenen Tuner AMG auf den Markt. Der getunte V8-Saugmotor hat eine Leistung von 354PS. Auch neue Dieselmotoren mit CDI-Technik werden in der G-Klasse angeboten. Die Leistungen stiegen anfangs auf bis zu 250PS beim dieselbetriebenen G 400 CDI sowie 476PS beim benzinbetriebenen, ab 2004 aufgeladenen G 55 AMG. In nur geringer Stückzahl bot AMG den G 63 mit einem 6,3 Liter-Zwölfzylinder an. Ungefähr 13 Exemplare wurden gebaut, auf Wunsch auch in der siebensitzigen Langversion. Ab 2006 standen auch Xenonscheinwerfer in der Aufpreisliste. Aktuell sind drei Motoren (G 350 CDI, G 500, G 55 AMG) und drei Karosserieformen (Cabrio, kurze/lange Karosserie) noch im Angebot, wobei der AMG mit mittlerweile 507PS nur als lange Variante angeboten wird. Der Diesel leistet 224PS, der G 500 mit dem aktuellen 5,5 Liter-V8 388PS.
Die G-Klasse wurde im Lauf der letzten Jahre mehrfach modifiziert und erhielt immer wieder modernere und leistungsstärkere Benzin- und Dieselmotoren sowie ABS, ESP, Airbags und viele weitere technische Neuentwicklungen. AMG bietet optisch überarbeitete und leistungsgesteigerte Varianten an. Zudem bietet die Firma Brabus eine noch stärkere Variante der G-Klasse an, hierbei wurde der auf 6,2 Liter vergrößerten V12-Biturbo aus dem S 600 eingebaut. Der solide Kastenrahmen erlaubt eine große Zahl von individuellen Aufbauten und Modellvarianten.
Im Hinblick auf Ersatzteile ist die Versorgung der G-Klasse von Mercedes, unabhängig vom Baujahr, nach wie vor absolut problemlos. Das Internet erleichtert die Suche nach Ersatzteilen für solche Fahrzeuge erheblich, wie z.B. auf dem Autoteile-Marktplatz daparto. Das Portal bietet die Möglichkeit, bei vielen Online-Shops nach passenden Autoteilen zu suchen, zu vergleichen und zu sparen. Selbst für einen 300 GE 170PS (Baujahre ab 1991) sind bei daparto über 3500 Ersatzteile im Angebot, wie z.B. Bremsscheiben, Anlasser, Lichtmaschine und Zylinderkopfdichtung und vieles mehr….