Dienstag, 25. August 2009
…so lautet seit Jahren ein Wahlspruch des Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA), der Interessenvertretung des “Independent Aftermarket” in Deutschland.
Seit gestern hat dieses Thema durch eine Untersuchung des ADAC neuen Wind in die Segel bekommen. Die “Gelben Engel” haben nämlich herausgefunden, dass zwischen Originalteilen (= denen, die man im Autohaus kaufen kann bzw. verbaut bekommt) und Identteilen (= denjenigen, die man in einer freien Werkstatt bzw. Teilehandel bekommt) keine Qualitätsunterschiede zu erkennen sind, wohl aber deutliche Unterschiede in Punkto Preis.

Auch sie kann bei Ersatzteilen für ihren VW Tiguan Geld sparen...
Diese Erkenntnis ist in Schrauberkreisen alles andere als neu, wird dem “normalen” Autofahrer jedoch nun von Deutschlands Instanz Nummer in Auto-Themen über die Medien aufs Brot geschmiert (Bravo nach München – und das nur wenige Wochen vor der IAA!). So berichten u.a. die Süddeutsche Zeitung und der Focus in ihren Online-Ausgaben bereits darüber. Der Focus spricht sogar von “Abzocke mit Autoteilen”.
Anzunehmen ist, das weitere Berichte folgen werden. Und dann wird es ungemütlich für die ohnehin schon arg gebeutelte Vertragswerkstatt. In Ermangelung eines rund laufenden Neuwagen- (Rabattschlacht und Abwrackwahn) und Gebrauchtwagen- (zu hohe Restwerte, Preisverfall und Überangebot) Geschäfts wurden die Profite in der Vergangenheit über den Reparatur- und Wartungsbereich generiert.
Der Autofahrer hat ja keine Ahnung, was die Teile kosten (sollten) und zahlt dazu widerwillig zum Teil horrende Stundesätze. Da macht es dann wenig Freude, den Golf IV oder den Opel Astra F in die Vertragswerkstatt zu bringen. Da aber Golf III und Co. (= Autos älter als 8 Jahren) meist schon kaum mehr vorstellig wurden (und entweder von der freien Werkstatt, ATU oder PitStop bedient wurden), musste die verbliebene Reparatur-Zitrone eben etwas fester gepresst werden. Das Resultat: Preisunterschiede bei Ersatzteilen im Vergleich OE- und Identteil von durchschnittlich 30%!
Wenn etwa eine Wasserpumpe, eine Zylinderkopfdichtung oder ein Radlager für einen Seat Toledo 1.9 TDI als Originalteil (produziert z.B. von Bosch oder SKF) mehr als 36% teurer ist als das Identteil ohne den Seat-Stempel (aber in der Verpackung von Bosch bzw. SKF) dann wird die Argumentation gegenüber dem nun informierten Autofahrer schwer bis unmöglich. Die Autohäuser bekommen durch den Bericht des ADAC zukünftig sicherlich noch ein weiteres Problem in einem bisher noch sehr gut laufenden Bereich. Aber warum sollte es dem KFZ-Reparaturbereich bei Ersatzteilen anders ergehen als anderen Branchen? Man erinnere sich nur an das Thema “Mövenpick Eis in der Aldi-Verpackung” oder die Siemens VDO Navis, die unter anderem Label bei Discountern reissenden Absatz (durch günstigeren Preis) fanden.
Am Ende ist die Diskussion bzw. deren Auswirkungen sehr spannend. Mir persönlich ist das Thema allerdings schon länger gleichgültig. Ersatzteile und Verschleißteile für zu reparierende Autos – ob Radlager, Anlasser, Stoßdämpfer oder Bremsbeläge – kaufe ich seit jeher im freien Markt (bzw. seit den letzten Jahren vor allem Online). Wenn man weiß, welcher Hersteller für OE-Qualität steht (z.B. Conti, Bilstein, Valeo, Elring, etc.), weil er die Fahrzeughersteller beliefert, kann man guten Gewissens zu dessen Identteilen greifen - und echtes Geld sparen.
Schlagworte:ADAC, Anlasser, Auto Ersatzteile, Autofahrer, Autohaus, Autohersteller, Bilstein, Bosch, Bremsbeläge, Conti, daparto.de, Elring, Ersatzteile, Focus Online, GVA, Identteile, online, Originalteile, Radlager, Renault, Seat, SKF, Stoßdämpfer, Süddeutsche Zeitung, Valeo, Wasserpumpe, Werkstatt
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Dienstag, 4. August 2009
Am Wochenende kam es einmal mehr zu einem schweisstreibenden Arbeitseinsatz im Bereich “Auto schrauben”. Das Getriebe des VW Porsche 914-4 mußte gewechselt werden. Wer schon einmal mit dieser Arbeit das Vergügen hatte weiss, welche Anstrengungen man bei dem Mittelmotor-Klassiker unternehmen muss, um das Aggregat aus- und einzubauen. Aber der Reihe nach…
Mein bester Kumpel Michael ist stolzer Besitzer eines VoPo aus 1974. Das deutsche Auto ist auch 35 Jahre nach seiner EZ in sehr gutem Zustand – dank einer umfangreichen Restauration vor 2 Jahren ist die Substanz des Autos perfekt. Alle Hohlräume sind versiegelt, die Karosse gegen Rost umfangreich geschützt, alle Dichtungen sind neu und auch der Innenraum sieht aus, als wäre das Auto gerade vom Band gerollt. Durch eine ausführliche Fahrzeug-Aufbereitung bei einem Spezialbetrieb in Berlin Charlottenburg strahlt nun auch der zitronengelbe Lack des 914er wieder wie neu.

VW Porsche 914-4 2.0 aus 1974
Das Auto ist wie man auf dem Foto erkennen kann ein echter Hingucker. Alle Teile sind original, bis auf die Auspuffanlage – diese sieht zwar aus wie ein OE-Teil, verstärkt aber den großartigen Sound des luftgekühlten Mittelmotors noch einmal deutlich. Wie gesagt – ein echter Traum.
Vor einigen Wochen bemerkte Michael, dass der VoPo im 3. 4. und 5. Gang unter Last merkwürdige Heulgeräusche produzierte. Nachdem diese immer schlimmer wurden wurde der 914er auf die Hebebühne gebockt und dem Problem auf den Grund gegangen. Die Annahme sollte sich schnell bestätigen – das Getriebe hat mindestens eine Macke und muß grundsätzlich überholtwerden. Unserer Recherche im Web ergab, dass die Überholung eines 5-Gang VoPo Getriebes (aus dem 411er VW) zwar machbar, aber aufwändig und teuer sein würde. Micha machte sich daher auf die Suche nach einem bereits überholten Austauschteil, das er eine Woche später in der Nähe von Münster zu einem sehr guten Kurs auch fand.
Nachdem wir das gute Stück nach Berlin transportiert hatten machten wir uns nun an den Austausch. Dieser ist eine unfassbare Fummelei; von oben komt man kaum den den Motor dank der kleinen Motorhaube des Mittelmotors. Und von unten stellt man sich am Besten mit 3-4 Leuten unter das Auto, um das höllenschwere Teile heraus- bzw. hineinzuhieven. Nach 2 Stunden tatkräftiger Unterstützung durch 2 weitere Freunde, vielen Flüchen und noch mehr Schweiss war dann endlich das neue Getriebe montiert. Die sofort durchgeführte Testfahrt ergab, dass das Heulen nun vollständig abgestellt war.
Da wir anschließend noch Zeit hatten und die Bühne noch für eine Stunde frei war haben wir den 14er noch einmal hochgebockt und uns einige mechanische Stellen angesehen, die demnächst angegangen werden sollten. Nach dem kommenden Oldtimer Grand Prix Wochenende (Pflicht auch in diesem Jahr!) werden wir uns somit um den Austausch der Radlager, Bremsscheiben und -beläge kümmern. Die Teil dafür haben wir abends beim Bier bereits ausgesucht. Der 914er bekommet demnach neue Radlager von SKF (ab 59 Euro bei Lott), Bremsscheiben von Zimmermann (2 Stck. für 104 Euro) sowie Bremsbeläge von Textar.
So schön der 914er auch ist – er bleibt eine ewige Baustelle. Als ich ihn gestern eine Runde gefahren bin knackte die Lenkung ein wenig. Micha sah so aus als ob er sich das bald mal mit mir genauer ansehen möchte…
Schlagworte:Austauschteil, Auto Ersatzteile, Bremsbeläge, Bremsen, Bremsscheiben, Ersatzteile, Getriebe, Oldtimer Grand Prix, Originalteil, Porsche 914, Radlager
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Freitag, 24. Juli 2009
Nachdem ich bereits zwei VW Porsche 914 (1.8 Liter 1972 aus Texas und 2.0 Liter 1974 aus Recklinghausen) sowie einen 911 (993 Targa) besitzen durfte interessiere ich mich aktuell stark für die Baureihe 944. Mir hat das Auto schon immer gefallen, obwohl es sicherlich mehr Gegner denn Befürworter des bei vielen Porsche-Fans unbeliebten Frontmotor-Porsches mit Transaxle-Technik gibt. Viele Infos zur Modellgeschichte gibt es einmal mehr auf Wikipedia (was gibt es da eigentlich nicht?) sowie auf weiteren Websites vieler 944-Clubs. Eine stattliche Zahl von Gebrauchtwagen-Angeboten bietet mobile.de, mein Favorit wenn es um Autos im Internet geht.

Porsche 944 S2
Meine konkretes Interesse dreht sich zum einen um den 944 S2 sowie zum anderen um das 944 Cabriolet ab BJ 1990. 6 Zylinder sollten es schon sein und die späten Modelle einer Baureihe sind nicht selten besser als ihre Vorgänger. Hier liegt dann der Teufel aber auch gleich im Detail – man kann einen S2 ab 4000 Euro kaufen; man kann dafür aber auch deutlich über 10.000 Euro ausgeben
Bei den Cabrios sieht es ähnlich aus. Ein Auto mit mehr als 300.000 km auf der Uhr ist für ca. 5000 Euro am Start; angeboten werden aber auch Exemplare im Bereich um 15.000 Euro. Im Zweifel sind Historie und Zustand des Autos sowie das individuelle Budget entscheidend. Am Preis lässt sich bestimmt in Zeiten wie diesen bei dem einen oder anderen Anbieter etwas drehen
Bei einem fast 20 Jahre alten Auto stellt sich natürlich die Frage nach den laufenden Kosten – sowohl im Thema “Steuern und Versicherung” als auch im Thema Reparatur und Wartung. Steuern und die Beiträge zur Versicherung sind zum Glück überschaubar. Originalteile von Porsche sind leider auch für alte Modelle alles andere als günstig* und zum Teil auch gar nicht mal so einfach zu bekommen (habe ich bereits bei meinem 993 leidvoll erfahren müssen). Zum Glück gibt es als alternaive Quelle ja den freien Teilehandel, bei dem man Ersatzteile für fast alle Anwendungsfälle recht günstig bekommen kann. Auch für den 944 ist die Auswahl sehr gut. Ich habe mich einmal im Web umgeschaut und bin zum Teil auf sehr erstaunliche Preise für das eine oder andere Verschleißteil gestoßen. Hier einige Beispiele für den 944 S2 und das 944 Cabriolet:
944 S2 - Radlagersatz ab 30 Euro – Wasserpumpe – ab 246 Euro – Lenkgetriebe – ab 186 Euro
944 Cabriolet – Zahnriemen ab 62 Euro – Bremsbeläge ab 22 Euro – Lichtmaschine ab 290 Euro
Alles in allem scheinen die Preise für Ersatzteile beim 944 durchaus moderat zu sein bzw. unterscheiden sich deutlich von den Apothekenpreisen der Porsche AG.
Mein Fazit: Da am 944 viele Arbeiten selbst durchgeführt werden können und auch die Preise für Teile nicht in den Himmel wachsen spricht nichts gegen eine Anschaffung (ausser evtl. das veto meiner Freundin, die dem 911 nachweint…). Ich tendiere daher sehr zum Kauf eines 944 Cabrio und werde mir in den nächsten Wochen sicherlich einige Autos ansehen. U.a. steht im NRW das eine oder andere Exemplar. Schau’ mer mal – dann seh’ mer scho…
*Vielleicht werden die Teilepreise in Zukunft auch bei Porsche etwas günstiger – spätestens wenn der neuen Superkonzern im Golf (7. Generation) und Porsche 911 (998) gleiche Teile verwendet…
Schlagworte:911, 914, 993 Targa, Bremsbeläge, Bremsen, Bremsscheiben, Lenkgetriebe, Lichtmaschine, mobile.de, Porsche, Porsche 944, Porsche 944 Cabriolet, Porsche 944 S2, Radlager, Wasserpumpe, Wikipedia, Zahnriemen
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Freitag, 17. Juli 2009
Die hinteren Bremsen an der A Klasse meiner Freundin, einem A 170 CDI aus BJ 2002, müssen einmal mehr erneuert werden. Das Auto wurde in den letzten 7 Jahren oft und gern bewegt; der Tacho zeigt mittlerweile magische 202.000 km an. Logisch, dass die Reparatur unter Aufsicht eines versierten KFZ-Mechanikers (“Onkel Paul”) über die Bühne gehen wird.

Mercedes A-Klasse W168
Die dazu benötigten Teile (Bremsscheiben und Bremsbeläge) sollen selbstverständlich per Internet geordert werden. Ausgangspunkt der Web-Suche ist natürlich Google – hier wird schnell einmal “Bremsbeläge Mercedes A168” eingegeben. Das Ergebnis zeigt auf der ersten Seite gleich einen Eintrag von “daparto.de“, den wir gleich einmal anklicken. Siehe da – 46 Artikelgruppen, allerdings zunächst für den A 140. Also Fahrzeug ändern (oben links) auf A 170 CDI und ab dafür.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen – für den 170er Diesel gibt es sogar 55 Artikelgruppen! Ab 22 Euro geht es los (Hm, das ist definitiv zu billig um gut zu sein); die Skala geht bis 53 Euro für einen Satz Beläge (Conti – das ist Qualität!). Sinnvoll ist nun bestimmt mal die Eingrenzung bzw. der Ausschluß von Herstellern aus der Liste, schließlich soll das Auto ja auch zukünftig sicher bremsen. Wir entscheiden uns für die Hersteller Conti, Pagid, Ferodo und Textar – übrig bleiben so 11 Angebote zwischen 28 und 53 Euro. LS Autoparts führt die Skala der Anbieter an. Ferodo? Gute Qualität! Der Preis? Super! Also – Kaufen!

Bremsbeläge Zimmermann für Mercedes A-Klasse W168
Weil’s bei daparto.de so gut geklappt hat ist dort als nächstes die Suche nach passenden Bremsscheiben an der Reihe. Dazu muß zunächst einmal die Baugruppe von “Bremsbeläge” auf “Bremsscheiben” geändert werden. Das geht zeimlich einfach über die Navigation rechts oben auf der Seite. Die Suche bietet anschließend sogar noch mehr Ergebnisse als bei den Belägen – insgesamt 84 Artikelgruppen werden angezeigt! Wow! Auch hier starten die Angebote bei 15 Euro das Stück, was aus meiner Sicht allerdings viel zu billig ist für eine gute Qualität. Zeit also für eine weitere Detailierung der Suche. Als Hersteller werden diesmal ATE, TRW und Zimmermann (ein Tipp von Onkel Paul) ausgewählt. Die Suche bringt nun 8 Artikelgruppen - die günstigste Zimmermann-Scheibe gibt es schon ab 19 Euro das Stück; eine ATE-Scheibe ist ab 26 Euro zu haben. Wir entscheiden uns spontan für ATE, denn Freunde haben sehr viel Gutes darüber berichtet und auch die Website vermittelt einen guten Eindruck. Außerdem ist der Preis sehr günstig.
Die A-Klasse wird demnach bald mit neuen Ferodo Bremsbelägen und ATE Bremsscheiben ausgestattet – den Zuschlag bei daparto bekam am Ende die Firma LS Autoparts aus Potsdam. Insgesamt kosten die Teile nun inkl. Versand ca. 100 Euro. Wenn die Teile frühzeitig geliefert werden können wir schon am Wochenende anfangen zu schrauben
Onkel Paul – packen wir’s an!
Schlagworte:170 CDI, A-Klasse, A168, Auto Ersatzteile, Bremsbeläge, Bremsscheiben, Mercedes
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