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VW Porsche 914 2.0 – Das Getriebe muß raus (eine Schw..ne-Arbeit!)

Dienstag, 4. August 2009

Am Wochenende kam es einmal mehr zu einem schweisstreibenden Arbeitseinsatz im Bereich “Auto schrauben”. Das Getriebe des VW Porsche 914-4 mußte gewechselt werden. Wer schon einmal mit dieser Arbeit das Vergügen hatte weiss, welche Anstrengungen man bei dem Mittelmotor-Klassiker unternehmen muss, um das Aggregat aus- und einzubauen. Aber der Reihe nach…

Mein bester Kumpel Michael ist stolzer Besitzer eines VoPo aus 1974. Das deutsche Auto ist auch 35 Jahre nach seiner EZ in sehr gutem Zustand – dank einer umfangreichen Restauration vor 2 Jahren ist die Substanz des Autos perfekt. Alle Hohlräume sind versiegelt, die Karosse gegen Rost umfangreich geschützt, alle Dichtungen sind neu und auch der Innenraum sieht aus, als wäre das Auto gerade vom Band gerollt. Durch eine ausführliche Fahrzeug-Aufbereitung bei einem Spezialbetrieb in Berlin Charlottenburg strahlt nun auch der zitronengelbe Lack des 914er wieder wie neu.

VW Porsche 914-4 2.0 aus 1974

VW Porsche 914-4 2.0 aus 1974

Das Auto ist wie man auf dem Foto erkennen kann ein echter Hingucker. Alle Teile sind original, bis auf die Auspuffanlage – diese sieht zwar aus wie ein OE-Teil, verstärkt aber den großartigen Sound des luftgekühlten Mittelmotors noch einmal deutlich. Wie gesagt – ein echter Traum.

Vor einigen Wochen bemerkte Michael, dass der VoPo im 3. 4. und 5. Gang unter Last merkwürdige Heulgeräusche produzierte. Nachdem diese immer schlimmer wurden wurde der 914er auf die Hebebühne gebockt und dem Problem auf den Grund gegangen. Die Annahme sollte sich schnell bestätigen – das Getriebe hat mindestens eine Macke und muß grundsätzlich überholtwerden. Unserer Recherche im Web ergab, dass die Überholung eines 5-Gang VoPo Getriebes (aus dem 411er VW) zwar machbar, aber aufwändig und teuer sein würde. Micha machte sich daher auf die Suche nach einem bereits überholten Austauschteil, das er eine Woche später in der Nähe von Münster zu einem sehr guten Kurs auch fand.

Nachdem wir das gute Stück nach Berlin transportiert hatten machten wir uns nun an den Austausch. Dieser ist eine unfassbare Fummelei; von oben komt man kaum den den Motor dank der kleinen Motorhaube des Mittelmotors. Und von unten stellt man sich am Besten mit 3-4 Leuten unter das Auto, um das höllenschwere Teile heraus- bzw. hineinzuhieven. Nach 2 Stunden tatkräftiger Unterstützung durch 2 weitere Freunde, vielen Flüchen und noch mehr Schweiss war dann endlich das neue Getriebe montiert. Die sofort durchgeführte Testfahrt ergab, dass das Heulen nun vollständig abgestellt war.

Da wir anschließend noch Zeit hatten und die Bühne noch für eine Stunde frei war haben wir den 14er noch einmal hochgebockt und uns einige mechanische Stellen angesehen, die demnächst angegangen werden sollten. Nach dem kommenden Oldtimer Grand Prix Wochenende (Pflicht auch in diesem Jahr!) werden wir uns somit um den Austausch der Radlager, Bremsscheiben und -beläge kümmern. Die Teil dafür haben wir abends beim Bier bereits ausgesucht.  Der 914er bekommet demnach neue Radlager von SKF (ab 59 Euro bei Lott), Bremsscheiben von Zimmermann (2 Stck. für 104 Euro) sowie Bremsbeläge von Textar.

So schön der 914er auch ist – er bleibt eine ewige Baustelle. Als ich ihn gestern eine Runde gefahren bin knackte die Lenkung ein wenig. Micha sah so aus als ob er sich das bald mal mit mir genauer ansehen möchte…

Der Porsche 944 – ein aus meiner Sicht verkanntes Auto

Freitag, 24. Juli 2009

Nachdem ich bereits zwei VW Porsche 914 (1.8 Liter 1972 aus Texas und 2.0 Liter 1974 aus Recklinghausen) sowie einen 911 (993 Targa) besitzen durfte interessiere ich mich aktuell stark für die Baureihe 944. Mir hat das Auto schon immer gefallen, obwohl es sicherlich mehr Gegner denn Befürworter des bei vielen Porsche-Fans unbeliebten Frontmotor-Porsches mit Transaxle-Technik gibt. Viele Infos zur Modellgeschichte gibt es einmal mehr auf Wikipedia (was gibt es da eigentlich nicht?) sowie auf weiteren Websites vieler 944-Clubs. Eine stattliche Zahl von Gebrauchtwagen-Angeboten bietet mobile.de,  mein Favorit wenn es um Autos im Internet geht.

Porsche 944 S2

Porsche 944 S2

Meine konkretes Interesse dreht sich zum einen um den 944 S2 sowie zum anderen um das 944 Cabriolet ab BJ 1990. 6 Zylinder sollten es schon sein und die späten Modelle einer Baureihe sind nicht selten besser als ihre Vorgänger. Hier liegt dann der Teufel aber auch gleich im Detail – man kann einen S2 ab 4000 Euro kaufen; man kann dafür aber auch deutlich über 10.000 Euro ausgeben :-( Bei den Cabrios sieht es ähnlich aus. Ein Auto mit mehr als 300.000 km auf der Uhr ist für ca. 5000 Euro am Start; angeboten werden aber auch Exemplare im Bereich um 15.000 Euro. Im Zweifel sind Historie und Zustand des Autos sowie das individuelle Budget entscheidend. Am Preis lässt sich bestimmt in Zeiten wie diesen bei dem einen oder anderen Anbieter etwas drehen :-)

Bei einem fast 20 Jahre alten Auto stellt sich natürlich die Frage nach den laufenden Kosten – sowohl im Thema “Steuern und Versicherung” als auch im Thema Reparatur und Wartung. Steuern und die Beiträge zur Versicherung sind zum Glück überschaubar. Originalteile von Porsche sind leider auch für alte Modelle alles andere als günstig* und zum Teil auch gar nicht mal so einfach zu bekommen (habe ich bereits bei meinem 993 leidvoll erfahren müssen). Zum Glück gibt es als alternaive Quelle ja den freien Teilehandel, bei dem man Ersatzteile für fast alle Anwendungsfälle recht günstig bekommen kann. Auch für den 944 ist die Auswahl sehr gut. Ich habe mich einmal im Web umgeschaut und bin zum Teil auf sehr erstaunliche Preise für das eine oder andere Verschleißteil gestoßen.  Hier einige Beispiele für den 944 S2 und das 944 Cabriolet:Porsche 944 Cabriolet

 944 S2 - Radlagersatz ab 30 Euro – Wasserpumpe – ab 246 Euro – Lenkgetriebe – ab 186 Euro

944 CabrioletZahnriemen ab 62 Euro – Bremsbeläge ab 22 Euro – Lichtmaschine ab 290 Euro

Alles in allem scheinen die Preise für Ersatzteile  beim 944 durchaus moderat zu sein bzw. unterscheiden sich deutlich von den Apothekenpreisen der Porsche AG.

Mein Fazit: Da am 944 viele Arbeiten selbst durchgeführt werden können und auch die Preise für Teile nicht in den Himmel wachsen spricht nichts gegen eine Anschaffung (ausser evtl. das veto meiner Freundin, die dem 911 nachweint…). Ich tendiere daher sehr zum Kauf eines 944 Cabrio und werde mir in den nächsten Wochen sicherlich einige Autos ansehen. U.a. steht im NRW das eine oder andere Exemplar. Schau’ mer mal – dann seh’ mer scho…

 

*Vielleicht werden die Teilepreise in Zukunft auch bei Porsche etwas günstiger – spätestens wenn der neuen Superkonzern im Golf (7. Generation)  und Porsche 911 (998) gleiche Teile verwendet… :-)