Am Wochenende kam es einmal mehr zu einem schweisstreibenden Arbeitseinsatz im Bereich “Auto schrauben”. Das Getriebe des VW Porsche 914-4 mußte gewechselt werden. Wer schon einmal mit dieser Arbeit das Vergügen hatte weiss, welche Anstrengungen man bei dem Mittelmotor-Klassiker unternehmen muss, um das Aggregat aus- und einzubauen. Aber der Reihe nach…
Mein bester Kumpel Michael ist stolzer Besitzer eines VoPo aus 1974. Das deutsche Auto ist auch 35 Jahre nach seiner EZ in sehr gutem Zustand – dank einer umfangreichen Restauration vor 2 Jahren ist die Substanz des Autos perfekt. Alle Hohlräume sind versiegelt, die Karosse gegen Rost umfangreich geschützt, alle Dichtungen sind neu und auch der Innenraum sieht aus, als wäre das Auto gerade vom Band gerollt. Durch eine ausführliche Fahrzeug-Aufbereitung bei einem Spezialbetrieb in Berlin Charlottenburg strahlt nun auch der zitronengelbe Lack des 914er wieder wie neu.

VW Porsche 914-4 2.0 aus 1974
Das Auto ist wie man auf dem Foto erkennen kann ein echter Hingucker. Alle Teile sind original, bis auf die Auspuffanlage – diese sieht zwar aus wie ein OE-Teil, verstärkt aber den großartigen Sound des luftgekühlten Mittelmotors noch einmal deutlich. Wie gesagt – ein echter Traum.
Vor einigen Wochen bemerkte Michael, dass der VoPo im 3. 4. und 5. Gang unter Last merkwürdige Heulgeräusche produzierte. Nachdem diese immer schlimmer wurden wurde der 914er auf die Hebebühne gebockt und dem Problem auf den Grund gegangen. Die Annahme sollte sich schnell bestätigen – das Getriebe hat mindestens eine Macke und muß grundsätzlich überholtwerden. Unserer Recherche im Web ergab, dass die Überholung eines 5-Gang VoPo Getriebes (aus dem 411er VW) zwar machbar, aber aufwändig und teuer sein würde. Micha machte sich daher auf die Suche nach einem bereits überholten Austauschteil, das er eine Woche später in der Nähe von Münster zu einem sehr guten Kurs auch fand.
Nachdem wir das gute Stück nach Berlin transportiert hatten machten wir uns nun an den Austausch. Dieser ist eine unfassbare Fummelei; von oben komt man kaum den den Motor dank der kleinen Motorhaube des Mittelmotors. Und von unten stellt man sich am Besten mit 3-4 Leuten unter das Auto, um das höllenschwere Teile heraus- bzw. hineinzuhieven. Nach 2 Stunden tatkräftiger Unterstützung durch 2 weitere Freunde, vielen Flüchen und noch mehr Schweiss war dann endlich das neue Getriebe montiert. Die sofort durchgeführte Testfahrt ergab, dass das Heulen nun vollständig abgestellt war.
Da wir anschließend noch Zeit hatten und die Bühne noch für eine Stunde frei war haben wir den 14er noch einmal hochgebockt und uns einige mechanische Stellen angesehen, die demnächst angegangen werden sollten. Nach dem kommenden Oldtimer Grand Prix Wochenende (Pflicht auch in diesem Jahr!) werden wir uns somit um den Austausch der Radlager, Bremsscheiben und -beläge kümmern. Die Teil dafür haben wir abends beim Bier bereits ausgesucht. Der 914er bekommet demnach neue Radlager von SKF (ab 59 Euro bei Lott), Bremsscheiben von Zimmermann (2 Stck. für 104 Euro) sowie Bremsbeläge von Textar.
So schön der 914er auch ist – er bleibt eine ewige Baustelle. Als ich ihn gestern eine Runde gefahren bin knackte die Lenkung ein wenig. Micha sah so aus als ob er sich das bald mal mit mir genauer ansehen möchte…

