Artikel-Schlagworte: „Elring“

Mal wieder das Thema Auto – “Auweia” und “Wow” innerhalb von 30 Sekunden…

Donnerstag, 3. September 2009

Ich las gestern bei Spiegel Online einmal mehr von der im nächsten Jahr und wahrscheinlich darüber hinaus anstehenden Misere im deutschen Autohandel. Die Abwrackprämie ist nun Geschichte, die (nicht immer benötigten) Neuwagen sind - zum Teil bereits mit zusätlichen, heftigen Rabatten des Handels – verkauft. Nun stellt sich die Frage nach dem “Wie geht es weiter?”. Wenn die Prognosen eintreffen, wovon ich persönlich ausgehe, steht ein längerer nuklearer Winter (“Horrorjahre” laut spiegel.de) im Automobilhandel an.

Wer in 2010 einen Neuwagen kaufen möchte, wird wahrscheinlich beste Karten bei der Preisverhandlung besitzen. Es kann allerdings sein, dass er für seinen Autokauf eine längere Fahrtzeit zum Händler einrechnen muß – wenn, wie befürchtet, bis zu 50% der Autohäuser “die Grätsche macht”. Auweia…

Der legendäre Zakspeed Capri

Der legendäre Zakspeed Capri

Nach kurzem Scrollen der spiegel.de Site stellte sich allerdings bei mir wieder etwas Behaglichkeit ein. In der Serie “60 deutsche Autos” berichtet der Spiegel heute vom Ford Capri. Wow! Der Capri war in meiner Kindheit eines meiner absoluten Lieblingsautos. Nicht nur, dass er in meinem Auto-Quartett eine große Nummer war und auch als SIKU Auto bestens dastand - nein, auch Fotos vom Nürburgring der brutalen und sehr erfolgreichen Zakspeed Capris sowie deren Performance als Miniaturen auf der Carrera Bahn eines meiner Freunde machten auf mich mächtig Eindruck. Dazu kam, dass ein Nachbar meiner Eltern Mitte der 80er ein solches Wunderauto besass. Der bei Ford als Automechaniker beschäftigte Herr war mächtig stolz auf sein Gefährt, einen orange-farbenen Capri I 2600 RS aus den frühen Siebzigern, und verbrachte viel Zeit mit Putzen, Waschen und Schrauben. Wir Kinder hielten den eigentlich unauffälligen Familienvater und sein Auto für das coolste Duo ever.

Heute sieht man die Capris leider viel zu selten. Dabei wäre es durchaus reizvoll, einmal an einem Capril I, II oder III zu schrauben. Im Gegensatz zu den Fahrzeugen gibt es die Ersatzteile dafür nach wie vor in guter Auswahl.  So kann man z.B. für einen Capri I 2000 einen Anlasser z.B. von Hella schon ab 136 Euro bekommen; eine Brembo-Bremsscheibe ist ab 30 Euro zu haben und eine Zylinderkopfdichtung von Elring kostet nicht mehr als 48 Euro. Beim Capri II verhält es sich ähnlich. Eine Benzinpumpe für den 2,0 steht mit nur 35 Euro zu Buche;  ein Lenker von QH wird ab 33 Euro angeboten, ein Radlager-Satz von Triscan ab 37 Euro. Und auch beim Ford Capri III 2.0 sieht es nicht schlecht aus in punkto Ersatzteile: Einen Bosal Endschalldämpfer bekommt man ab 42 Euro, eine Wasserpumpe ist ab 32 Euro zu haben und für einen Zahnriemen-Satz der Fa. QH müssen lediglich 28 Euro gezahlt werden.

Leider ist die große Zeit der Fa. Ford mit Modellen wie dem Capri, dem Granada (!) oder dem Sierra Cosworth aus meiner Sicht schon länger passé. Autos wie der Modeo oder der Focus C-Max haben mit den legendären Fahrmaschinen der 70er und 80er nichts mehr zu tun. Da freut man sich umso mehr, wenn Berichte wie der angesprochene Spiegel-Artikel an die Ford-Legenden erinnern

“Wer Auto Ersatzteile braucht soll wählen können…”

Dienstag, 25. August 2009

…so lautet seit Jahren ein Wahlspruch des Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA), der Interessenvertretung des “Independent  Aftermarket” in Deutschland.

Seit gestern hat dieses Thema durch eine Untersuchung des ADAC neuen Wind in die Segel bekommen. Die “Gelben Engel” haben nämlich herausgefunden, dass zwischen Originalteilen (= denen, die man im Autohaus kaufen kann bzw. verbaut bekommt) und Identteilen (= denjenigen, die man in einer freien Werkstatt bzw. Teilehandel bekommt) keine Qualitätsunterschiede zu erkennen sind, wohl aber deutliche Unterschiede in Punkto Preis.

Auch sie kann bei Ersatzteilen für ihren VW Tiguan Geld sparen...

Auch sie kann bei Ersatzteilen für ihren VW Tiguan Geld sparen...

Diese Erkenntnis ist in Schrauberkreisen alles andere als neu, wird dem “normalen” Autofahrer jedoch nun von Deutschlands Instanz Nummer in Auto-Themen über die Medien aufs Brot geschmiert (Bravo nach München – und das nur wenige Wochen vor der IAA!). So berichten u.a. die Süddeutsche Zeitung und der Focus in ihren Online-Ausgaben bereits darüber. Der Focus spricht sogar von “Abzocke mit Autoteilen”. :-) Anzunehmen ist, das weitere Berichte folgen werden. Und dann wird es ungemütlich für die ohnehin schon arg gebeutelte Vertragswerkstatt. In Ermangelung eines rund laufenden Neuwagen- (Rabattschlacht und Abwrackwahn) und Gebrauchtwagen- (zu hohe Restwerte, Preisverfall und Überangebot) Geschäfts wurden die Profite in der Vergangenheit über den Reparatur- und Wartungsbereich generiert.

Der Autofahrer hat ja keine Ahnung, was die Teile kosten (sollten) und zahlt dazu widerwillig zum Teil horrende Stundesätze. Da macht es dann wenig Freude, den Golf IV oder den Opel Astra F in die Vertragswerkstatt zu bringen. Da aber Golf III und Co. (= Autos älter als 8 Jahren) meist schon kaum mehr vorstellig wurden (und entweder von der freien Werkstatt, ATU oder PitStop bedient wurden), musste die verbliebene Reparatur-Zitrone eben etwas fester gepresst werden. Das Resultat: Preisunterschiede bei Ersatzteilen im Vergleich OE- und Identteil von durchschnittlich 30%!

Wenn etwa eine Wasserpumpe, eine Zylinderkopfdichtung  oder ein Radlager für einen Seat Toledo 1.9 TDI als Originalteil (produziert z.B. von Bosch oder SKF) mehr als 36% teurer ist als das Identteil ohne den Seat-Stempel (aber in der Verpackung von Bosch bzw. SKF) dann wird die Argumentation gegenüber dem nun informierten Autofahrer schwer bis unmöglich. Die Autohäuser bekommen durch den Bericht des ADAC zukünftig sicherlich noch ein weiteres Problem in einem bisher noch sehr gut laufenden Bereich. Aber warum sollte es dem KFZ-Reparaturbereich bei Ersatzteilen anders ergehen als anderen Branchen? Man erinnere sich nur an das Thema “Mövenpick Eis in der Aldi-Verpackung” oder die Siemens VDO Navis, die unter anderem Label bei Discountern reissenden Absatz (durch günstigeren Preis) fanden.

Am Ende ist die Diskussion bzw. deren Auswirkungen sehr spannend. Mir persönlich ist das Thema allerdings schon länger gleichgültig. Ersatzteile und Verschleißteile für zu reparierende Autos – ob Radlager, Anlasser, Stoßdämpfer oder Bremsbeläge – kaufe ich seit jeher im freien Markt (bzw. seit den letzten Jahren vor allem Online). Wenn man weiß, welcher Hersteller für OE-Qualität steht (z.B. Conti, Bilstein, Valeo, Elring, etc.), weil er die Fahrzeughersteller beliefert, kann man guten Gewissens zu dessen Identteilen greifen - und echtes Geld sparen.