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Ferrari Testarossa: Das Showcar der 90er

Montag, 26. Juli 2010

Ferrari Testarossa

Der Ferrari Testarossa ist ein Sportwagen der Scuderia Ferrari, das 1984 als Nachfolger des Ferrari 512 BB produziert wurde. Mit dem Namen verbindet man die erfolgreichen Frontmotor-Rennsportwagen Testa Rossa aus den 1950er und frühen 1960er Jahre. Der Name, der als „roter Kopf“ übersetzt wird, kommt von den rot lackierten Ventildeckeln des 12-Zylinder-Motors. Eigentlich handelt es sich hierbei schon um das dritte Testarossa-Modell, die ersten beiden (der Vier- und der Zwölfzylinder aus den 50er Jahren) schrieben sich allerdings in getrennter Weise, Testa Rossa. Der Motor ist technisch gesehen ein 180°-V-Motor, der sich direkt hinter dem Fahrer, allerdings noch vor der Hinterachse befindet; es handelt sich somit um einen Mittelmotor. Beim Motor handelt es sich um einen DOHC mit einer Bosch K-Jetronic Benzineinspritzung und einer Leistung von 390PS. Das Auto erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 290 km/h und beschleunigt von 0-100 km/h in 5,3 Sekunden. Die Strecke von 400 Metern schafft der Testarossa aus dem Stand in 13,5 Sekunden. Der Sportwagen gewann viele Vergleichstests und fand viele Verehrer. Fast 7.500 Testarossa, 512 TR und 512 M verliessen das Werk in Modena, und sind damit einige der häufigst anzutreffenden Ferrari-Modelle trotz des hohen Kaufpreises.

Das Auto teilte sich mit dem 512 BB die gleiche Basisplattform, denn unter der Karosserie ist ein recht konventioneller Gitterrohrrahmen, der sich durch seine ausgezeichnete Verwindungssteifigkeit hervorhebt. Das Chassis unterschied sich von konventionellen Strukturen durch einen Hilfsrahmen, in dem der Motor integriert war. Dieser konnte vom Rahmen abgetrennt werden, um bei Bedarf den Zugang zum Zwölfzylindermotor zu erleichtern. Wegen der ungünstigen Gewichtsverteilung von 40%  zu 60% besaß der Testarossa an der Hinterachse pro Rad zwei Federbeine und war vorne mit doppelten Dreiecksquerlenkerachsen und hinten mit doppelten Trapezquerlenkerachsen ausgestattet. Das Ungleichgewicht wurde durch unterschiedliche Reifengrößen ausgeglichen, die die Bodenhaftung verbesserten. Auf der Vorderachse waren 225/50, auf der Hinterachse 255/50 Breitreifen montiert. Ein bedeutsamer Unterschied zum Vorgänger war der Kühler: Der 512 BB besaß einen einzelnen Kühler in der Front, während der Testarossa ein Paar auf jeder Seite vor den Hinterrädern besaß. Dies schlug sich in der breiten Karosserie und in den Einbau von großen Seitenschlitzen nieder.

Als Nachfolger wurde der Ferrari 550 gebaut.

VW SP2: Das unbekannte Sportcoupé aus Brasilien

Freitag, 23. Juli 2010

VW SP2

Der VW SP war ein Sportcoupé, das von 1972 bis 1976 hauptsächlich für den dortigen Markt vom brasilianischen VW-Tochterunternehmen Volkswagen do Brasil produziert wurde; der Name stand für São Paulo oder, anderen Quellen nach, für Spezielles Projekt oder Sport-Prototyp.

Aufgrund extrem hoher Einfuhrzölle in den 70er-Jahren, war ein Import in dem brasilianische Automobilmarkt so gut wie unmöglich. Die einzigen sportlichen Autos, die es auf den Straßen noch gab, waren bereits in die Jahre gekommen. Dazu zählen bspw. der VW Karmann Ghia und sein Nachfolger, der weniger erfolgreiche Karmann Ghia TC. Ein paar unabhängige brasilianische Autohersteller nutzten diese Situation aus und besetzten diese Nische mit einigem Erfolg, so z.B. Puma  oder Sta Matilde. Das Tochterunternehmen in Brasilien genoss immer eine relativ große Unabhängigkeit vom Mutterkonzern  in Wolfsburg. Ab dem Jahr 1968 wurde VW do Brasil  von Rudolf Leiding geleitet, der später VW-Konzernchef wurde. Im Jahr 1969 wurde unter dem Arbeitsnamen Projekt X ein Team beauftragt, ein sportliches Fahrzeug zu designen. Das Endergebnis war der VW SP1 und SP2, der als erster Volkswagen die später beim deutschen VW 412 übernommene Front (sog. „Nasenbär“) hatte. Die Fahrzeuge wurden 1971 auf der deutschen Industriemesse in Sao Paulo vorgestellt. Der Serien-SP2 basierte auf derselben Plattform wie der brasilianische VW 1600 Variant. Er besaß aber einen auf 1,7 Liter vergrößerten Vierzylinder-Boxermotor. Dieser leistete 65PS und verlieh dem SP2 bei einem Verbrauch von 10,5 l/100 km und eine Höchstgeschwindigkeit von über 150 Stundenkilometern. Für die Beschleunigung auf 100 km/h benötigte der SP2 ungefähr 17,4 Sekunden. Daneben gab es den SP1, der über einen schwächeren 1,6-Liter-Boxermotor mit 54PS und 149 km/h Höchstgeschwindigkeit verfügte, die aber bald wieder eingestellt wurde. Der SP war, trotz seines sportlichen Designs, deutlich langsamer als der Puma, obwohl ähnliche Motoren zum Einsatz kamen. Allerdings war das Gewichts des Pumas wesentlich niedriger. Der SP verfügte über zwei Kofferräume; einen unter der vorderen Haube und einen im Heck, welches über eine große Klappe zugänglich war. Trotz der guten Eigenschaften fand der SP zu wenig Käufer. Aus diesem Grunde wurde 1976 die Produktion gestoppt.

Insgesamt wurden 10.193 Exemplare gefertigt, von denen ungefähr 670 in den Export gingen. Der SP2 kostete in Brasilien 29.700 Cruzeiros (was damals etwa 16.000 Deutsche Mark entsprach).

Citroen AX: Der Sparfuchs der 90er Jahre

Mittwoch, 21. Juli 2010

Citroen AX

Der Citroën AX ist ein Kleinwagen des Automobilherstellers Citroën. Er wurde von 1986 bis 1998 im Werk Aulnay-sous-Bois gefertigt. Der Kleinwagen war der Nachfolger des Visa und des LN und schloss die Lücke zwischen dem BX und dem veralteten 2CV.

Oberstes Ziel bei der Fahrzeugentwicklung war es, einen Kleinwagen mit größtmöglichem Innenraum und kleinstmöglichem Gewicht zu kreieren. Das Design wurde unter anderem von Nuccio Bertone mitbeeinflußt, der dazu mehrere Entwürfe beisteuerte. Das geringe Gesamtgewicht des AX (die Einstiegsversion, des 10 E wog nur 640kg), war auf den Einsatz gewichtssparender Materialien zurückzuführen, wie beispielsweise die Verwendung einer rahmenlosen Heckklappe aus Kunststoff. Die Karosserie war sehr aerodynamisch geformt, somit konnte ein Luftwiderstandsbeiwert von 0,31 erreicht werden. Dieser Wert war zum Zeitpunkt des Verkaufsstarts von keinem Konkurrenzmodell in dieser Fahrzeugklasse zu schlagen. Durch die Verwendung von verzinkten Karosserieteilen, Kunststoffradhausschalen und Hohlraumversiegelungen konnte eine hohe Resistenz gegen Rost erreicht werden. Im Jahr 1986 wurde der AX dem Publikum auf dem Pariser Autosalon präsentiert. Im September des gleichen Jahres war der Verkaufsstart in Frankreich und im März 1987 wurde der AX auch auf dem deutschen Markt verkauft. Die erste Serie verfügte über eine Vielzahl an Ablagen und Verstauungsmöglichkeiten im gesamten Innenraum. Anfang 1988 wurde die dreitürige Variante um eine fünftürige erweitert. Durch die Erfolge im Motorsport erlangte der AX immer mehr Bekannheit, speziell durch die leistungsstarken Versionen Sport und GTi, sowie einem sparsamen Dieselmotor. Mitte 1991 wurdes das Modell einem Facelift unterzogen. Von Aussen war das Facelift anhand der weißen Blinkergläser vorne, der geänderten Heckklappe und das nunmehr mittig auf der Motorhaube angebrachte Citroen-Zeichen. Wesentlich mehr Änderungen wurden im Innenraum vorgenommen. Das von vielen in die Kritik geratene Armaturenbrett wurde stark geglättet und verändert, dadurch wurde eine Vielzahl der Ablagemöglichkeiten weggelassen.

1994 gelang es dem AX Eco, ein modifizierter Versuchsträger auf Grundlage des Dieselmodells, den Verbrauchsweltrekord von 2,7 l auf 100 km. Der Wagen, mit einem Gewicht von nur 672 kg, erhielt dazu ein lang übersetztes Getriebe und Veränderungen an der Einspritzung. Zudem wurden gewichtssparende Karosserieteile aus Kunststoff sowie Aerodynamik-Anbauteile verbaut. Als Bereifung wurden Räder mit besonders niedrigem Rollwiderstand verwendet. Die Antriebskomponenten mit Motor fanden auch in anderen Fahrzeugen der PSA-Gruppe Platz. In den Peugeot 106 bspw. wurde sogar dasselbe Fahrwerk, der gleiche Antriebsblock sowie die gleiche Bodengruppe des AX verwendet.

Nach 12 Jahren endete die Fertigung in Frankreich, nachdem 2.424.808 Exemplare unterschiedlicher Varianten und Sondermodelle das Werk verlassen hatten. Bis zum Jahr 2000 wurde in Malaysia noch eine Lizenzversion des AX als Proton Tiara für den asiatischen Markt gefertigt. Das Nachfolgemodell ist der Citroën Saxo.

Opel Commodore C: Die Lücke zwischen Rekord und Senator

Freitag, 16. Juli 2010

Opel Commodore C

Der Commodore ist eine Pkw-Modellreihe des Automobilherstellers Opel, die über drei Generationen von 1967 bis 1982 gebaut wurde. Im Herbst 1978 wurde das Modell Commodore C als Coupé und viertürige Limousine verkauft. Es verfügt über die lange Frontpartie des Opel Senators und über den Sechszylindermotor des Diplomats. Ab 1980 wurde ein Overdrive-Getriebe eingebaut, mit welchem elektronisch per Lenkstockhebel der 5. Gang zugeschaltet werden konnte. Als Option gab es auch eine 3-Gang-Automatik. Ab Modelljahr 1981 war der Motor auch mit einer Bosch-Einspritzanlage und 130PS Leistung bestellbar. Dieses Aggregat wurde auch in den Senator eingebaut, um die Baureihe nach unten hin zu vollenden (der 2,5E ersetzt die Variante 2,8S im Senator und Monza). Der Commodore C verfügte über die einfache Starrachse und das Heck des Opel Rekord (E1). Es wurden jedoch beim 2.5E statt der 4-Loch-Radaufnahmen des Rekord die 5-Loch-Aufnahmen und die Bremsanlage des Senator/Monza  (nur an der Vorderachse) in Verbindung mit der Trommelbremse des Commodore B 2,5S eingebaut. Der Commodore konnte mit zahlreichen Sonderausstattungen wie Tempomat, Sitzheizung, elektrischen Fensterhebern, elektrischen Spiegeln, Klimaanlage geordert werden.

Aufgrund schlechter Verkaufszahlen wurde die zweitürige Variante Mitte 1981eingestellt. Stattdessen war er dann aber bereits seit Anfang 1981 als sehr komfortable Kombivariante „Voyage“ erhältlich. Im August 1982 wurde die Produktion des Commodores komplett gestoppt. Die Ursache war,  dass das Marktsegment zwischen Senator und Rekord zu eng geworden war, so dass es für diese Modellreihe keinen Nachfolger gab. Opel fürchtete die interne Konkurrenz zwischen dem Rekord und dem Commodore sowie zwischen dem Commodore und dem Senator. Bis 1990 gab es in Südafrika allerdings einen „Commodore C2“, mit der Frontpartie des Senator (A2) und dem Heck des Rekord (E2). Alle unterschiedliche Modelle wurden international unter verschiedenen Marken und Modellbezeichnungen vertrieben. Der Commodore wurde zum Beispiel in Großbritannien als Vauxhall Viceroy oder in Australien als Holden Commodore verkauft. Die Holden-Modelle wurden alle in Australien produziert, alle Vauxhall-Modelle jedoch in Rüsselsheim.

Von dem Commodore C wurde zwischen 1978 und 1982 80.521 Exemplare gefertigt und davon waren 3.439 Stück das Modell „Voyage“.