Im Jahr 1998 präsentierte Volkswagen den Bora (Jetta IV), der in der unteren Mittelklasse angesiedelt war. Das Fahrzeug wurde nur in Nordamerika und Südafrika wie seine ürsprünglichen Vorgänger weiterhin als „Jetta“ angeboten. In Europa, Südamerika und in China hieß das Modell VW Bora.
Technisch ist der Bora mit dem Golf IV identisch, optisch unterscheiden sich aber beide deutlich voneinander. Das stärkste für den Bora verfügbare Antriebsaggregat war ein Sechszylinder-Motor mit 2,8 l Hubraum und 204PS. Um die Leistung optimal auf die Straße bringen zu können, wurde das Topmodell mit dem Allradantrieb „4Motion“ ausgestattet. Aufgrund häufig auftretender Kritik hinsichtlich des biederen Designs, gestaltete Volkswagen den Bora etwas eigenständiger und eleganter als die Vorgängermodelle. Mit dem neuen Design wollte Volkswagen auf die Konkurrenzmodelle BMW 3er und die Mercedes C-Klasse abzielen. Trotz einiger erfolgreichen Vergleichtests, als ein insgesamt sehr ausgewogenes Fahrzeug mit einer überdurchschnittlich guten Verarbeitungsqualität, war er genauso wie seine Vorgänger in Europa hinter den Erwartungen. Der Bora sollte eigentlich als eine komplett eigenständige Modellreihe ausgebaut werden. Neben der Stufenheck-Limousine waren ein sportlicher Lifestyle-Kombi, ein Coupé und ein Cabriolet geplant. Realisiert wurden lediglich die Limousine und der Kombi parallel zum Golf IV mit gehobener Ausstattung. Zur Ausstattung zählten serienmäßig unter anderem ABS, vier bzw. acht Airbags sowie eine Funk-Zentralverriegelung. Zusätzlich verfügte der Bora über eine vollverzinkte Karosserie. Es wurden drei verschiedenen Ausstattungsvarianten Trendline, Comfortline und Highline angeboten. Ab 1999 wurde neben der Limousine auch ein Kombimodell, der Bora Variant, produziert. Ab der A-Säule glich die Karosserie der des Golf IV Variant. Der Erfolg des Bora-Variant war dennoch sehr bescheiden, da sich die Kunden eher für einen Golf Variant entschieden.
Allgemein verfügte der Bora über eine gehobenere Ausstattung als ein vergleichbarer VW Golf. Der Basismotor des Golf (1,4 l mit 75PS) war zunächst nicht im Produktprogramm enthalten. Als der Absatz hinter den Erwartungen lag, wurde er dennoch ins Programm aufgenommen. Vorrübergehend gab es bei Volkswagen vermehrt Reklamationen, da der 2,0 Liter-Motor einen erhöhten Ölverbrauch aufwies. Volkswagen bezeichnete den Ölverbrauch von einem Liter auf 3000 km als „normal“. Um den Absatz nochmals anzukurbeln, gab es zusätzlich Sondermodelle. Dazu gehörten bspw. „Edition“, „Pacific“ und „Sport Edition“ sowie „Special“. Ab dem Modelljahr 2001 wurde die Tachoeinheit durch Chromapplikationen aufgewertet.
Seit 2005 wird der Nachfolger Jetta V offiziell auch in Europa wieder als Jetta angeboten.



