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VW Bora: Ein Golf in hässlich

Montag, 2. August 2010

Volkswagen Bora/Bora-Variant

Im Jahr 1998 präsentierte Volkswagen den Bora (Jetta IV), der in der unteren Mittelklasse angesiedelt war. Das Fahrzeug wurde nur in Nordamerika und Südafrika wie seine ürsprünglichen Vorgänger weiterhin als „Jetta“ angeboten. In Europa, Südamerika und in China hieß das Modell VW Bora.

Technisch ist der Bora mit dem Golf IV identisch, optisch unterscheiden sich aber beide deutlich voneinander. Das stärkste für den Bora verfügbare Antriebsaggregat war ein Sechszylinder-Motor mit 2,8 l Hubraum und 204PS. Um die Leistung optimal auf die Straße bringen zu können, wurde das Topmodell mit dem Allradantrieb „4Motion“ ausgestattet. Aufgrund häufig auftretender Kritik hinsichtlich des biederen Designs, gestaltete Volkswagen den Bora etwas eigenständiger und eleganter als die Vorgängermodelle. Mit dem neuen Design wollte Volkswagen auf die Konkurrenzmodelle BMW 3er und die Mercedes C-Klasse abzielen. Trotz einiger erfolgreichen Vergleichtests, als ein insgesamt sehr ausgewogenes Fahrzeug mit einer überdurchschnittlich guten Verarbeitungsqualität, war er genauso wie seine Vorgänger in Europa hinter den Erwartungen. Der Bora sollte eigentlich als eine komplett eigenständige Modellreihe ausgebaut werden. Neben der Stufenheck-Limousine waren ein sportlicher Lifestyle-Kombi, ein Coupé und ein Cabriolet geplant. Realisiert wurden lediglich die Limousine und der Kombi parallel zum Golf IV mit gehobener Ausstattung. Zur Ausstattung zählten serienmäßig unter anderem ABS, vier bzw. acht Airbags sowie eine Funk-Zentralverriegelung. Zusätzlich verfügte der Bora über eine vollverzinkte Karosserie. Es wurden drei verschiedenen Ausstattungsvarianten Trendline, Comfortline und Highline angeboten. Ab 1999 wurde neben der Limousine auch ein Kombimodell, der Bora Variant, produziert. Ab der A-Säule glich die Karosserie der des Golf IV Variant. Der Erfolg des Bora-Variant war dennoch sehr bescheiden, da sich die Kunden eher für einen Golf Variant entschieden.

Allgemein verfügte der Bora über eine gehobenere Ausstattung als ein vergleichbarer VW Golf. Der Basismotor des Golf (1,4 l mit 75PS) war zunächst nicht im Produktprogramm enthalten. Als der Absatz hinter den Erwartungen lag, wurde er dennoch ins Programm aufgenommen. Vorrübergehend gab es bei Volkswagen vermehrt Reklamationen, da der 2,0 Liter-Motor einen erhöhten Ölverbrauch aufwies. Volkswagen bezeichnete den Ölverbrauch von einem Liter auf 3000 km als „normal“. Um den Absatz nochmals anzukurbeln, gab es zusätzlich Sondermodelle. Dazu gehörten bspw. „Edition“, „Pacific“ und „Sport Edition“ sowie „Special“. Ab dem Modelljahr 2001 wurde die Tachoeinheit durch Chromapplikationen aufgewertet.

Seit 2005 wird der Nachfolger Jetta V offiziell auch in Europa wieder als Jetta angeboten.

VW Lupo 3L TDI: Der Spar-Fuchs

Montag, 10. Mai 2010

VW Lupo 3L TDI

Der Lupo ist ein Kleinwagenmodell des VW-Konzerns, der nahezu baugleich mit dem Seat Arosa (erschienen 1997) ist. Der Lupo folgte erst im Sommer 1998, obwohl VW bereits 1991 mit dem VW Chico ihr Interesse an einer Teilnahme im Kleinstwagensegment bekundete. Das Fahrzeug war nur in einer dreitürigen Variante erhältlich und verfügte wahlweise über vier oder fünf Sitzplätze. Es hatte einen sehr kleinen Kofferraum, der sich aber durch Umlegen der Rückbank erheblich erweitern lässt. Der Lupo wurde bis Mitte 2001 in Wolfsburg gebaut, wonach die Produktion (mit Ausnahme des 3L-Lupos) in das VW-Werk Brüssel verlagert wurde.

Der Markterfolg der Baureihe war verhältnismäßig gering. Nach anfänglich guten Verkaufszahlen brach der Markt merklich ein. Grund könnte der relativ hohe Preis und die beschränkte Verwendbarkeit durch den kleinen Kofferraum und die engen Verhältnisse im Fond sein.

Mitte 2005 wurde die Produktion des VW Lupo sowie des Seat Arosa bis auf die 3L- sowie die GTI-Versionen eingestellt. Die Produktion der letzten beiden Modelle wurde Ende 2005 eingestellt. Das Marktsegment des Lupo wurde von Volkswagen erst wieder mit dem in Brasilien gefertigten VW Fox besetzt. Die Fox-Varianten für den brasilianischen und mexikanischen Markt werden dort unter dem Namen Lupo angeboten. Lupo ist von lupus (lat. für Wolf) abgeleitet und ist eine Anspielung auf das Stammwerk in Wolfsburg.

Der Lupo 3L TDI (Type 6E) erschien 1999 und gilt mit einem Drittelmix Normverbrauch von 2,99 Litern Dieselkraftstoff auf 100 km als das erste vollwertige serienmäßig hergestellte 3-Liter-Auto der Welt. Er besitzt einen 3-Zylinder-Reihenmotor und einen niedrigen CW-Wert von 0,29. Neben der Entwicklung eines sparsamen Motors wurde auch auf die Verwendung von Leichtbaumaterialien gesetzt. Dazu zählen die Verwendung von Magnesium und Aluminium und die damit verbundene Neuentwicklung von Bauteilen. Zudemdem bestehen die Scheiben des Lupo aus dünnerem Glas als die anderen Serienmodelle. So konnte gegenüber dem VW Lupo SDI ca. 150 kg Gewicht eingespart werden. Die Heckklappe besteht außen aus Aluminium und innen aus Magnesium. Das führte in Verbindung mit den speziellen Energiesparreifen zu Problemen beim Fahrverhalten. Wurde das Fahrzeug nur mit einem Fahrer belastet, zeigte es eine starke Tendenz zum Übersteuern. Um die bereits entwickelte Aluminium-Magnesium-Heckklappe und die schon bestehenden Produktionsanlagen beibehalten zu können, wurden Bleigewichte als Zwischenlösung in die hintere Stoßstange eingebaut. Diese Heckklappe wurde nur bis Mai 2001 verbaut. Ab dem Modelljahr 2002 wurde die Stahlheckklappe der ‘normalen’ Lupos eingebaut. Später wurde durch den Einbau der Batterie in die Reserveradmulde im Kofferraum die Hinterräder ausreichend zusätzlich belastet. Zusammen mit der Batterie und der schwereren Heckklappe konnten die Bleigewichte entfallen. Motorhaube und Türen wurden weiterhin aus Aluminium gefertigt. Ein automatisches Schaltgetriebe sorgt für frühzeitiges Hochschalten und somit niedrige Drehzahlen. Hier werden ein herkömmliches Getriebe und eine Kupplung durch eine Hydraulik betätigt. Der Austausch solch eines Getriebes ist eine kostspielige Angelegenheit. Aufgrund der eingeschränkten Funktionalität (Dreitürer, kleiner Kofferraum, wenig Platz im Fond und Kofferraum), den hohen Anschaffungskosten und die dadurch bedingte lange Amortisationszeit fand der Lupo 3L TDI nicht viele Käufer. Mit 81 Gramm CO2 pro Kilometer erfüllt der VW Lupo 3L seit seiner Einführung die Kriterien zur steuerlichen Einstufung als Dreiliterauto in Deutschland. Außerdem war er der erste Diesel-PKW, der die Abgasnorm Euro 4 erreichte. Die Erweiterung der Start-Stop-Automatik durch den Freilauf (Rollen bei geöffneter Kupplung, Motor im Leerlauf) trägt zusätzlich zur Brennstoffeinsparung und damit zur Abgasverringerung bei. Nach dem Serienende der anderen Lupomodelle wurde der 3L noch bis zum Frühsommer 2005 weiterproduziert. Ab Mai 2005 war er nicht mehr bestellbar. Ein Dieselrußpartikelfilter wurde von Volkswagen für den Lupo 3L nie angeboten. Weder gegen Aufpreis oder als nachrüstbarer Teilesatz war er nicht erhältlich, eine grüne Feinstaubplakette wird dem Fahrzeug aber auch ohne Filter zugeteilt.

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Karmann Ghia: Eine Karosserie, wie aus einem Guß

Freitag, 30. April 2010

VW Karmann-Ghia Typ 14

VW Karmann-Ghia (Typ 14) ist der Name eines Automobils, das im Auftrag von VW  von der Firma Karmann in Osnabrück  zwischen 1955 und 1974 gebaut und von Volkswagen  vertrieben wurde. Die Technik des Karmann-Ghia Typ 14 basierte – bis auf wenige Details – weitgehend auf der des VW Käfers.

Lange galt der Italiener Luigi Segre, Mitarbeiter von Ghia in Turin, als Schöpfer des Karmann Ghia. Im Turiner Betrieb wurde der Prototyp von Felice Mario Boano und dessen Sohn Gian Paolo designed. Grundlage ihrer Arbeit war jedoch ein zuvor von Ghia entwickelter und gebauter Prototyp für Chrysler.

Dessen Entwurf wiederum stammt aus der Feder der US-amerikanischen Firma Virgil Exner. Somit hat die Karosserielinie des Karmann Ghia mehrere Ursprünge, deren Anteile sich heutzutage nicht mehr voneinander exakt unterscheiden lassen.

Der Produktionsstart des VW Karmann Ghia Typ 14 begann 1955 bei Karmann in Osnabrück. Bis zum Ende der Produktion verließen mehr als 443.000 PKW des Typ 14 das Werk, darunter waren knapp 81.000 Cabriolets. Der Fahrzeug wurde zum Verkaufshit – auch wenn er spöttisch „Hausfrauen-Porsche“ und „Sekretärinnen-Ferrari“ genannt wird: Das Auto hat zwar die Formen eines Sportwagens, war aber mit anfänglich 30 PS und 118 km/h Höchstgeschwindigkeit weit entfernt von sportlichen Rekorden.

Den Karmann Ghia Typ 14 darf man nicht mit dem Coupé gleichen Namens, Typ 34, und dem Typ TC (für Touring Coupé) verwechseln. Der auf dem Typ 3 (VW 1500/1600) basierende Typ 34 wurde von 1961 bis 1969 synchron dem Typ 14 in Osnabrück produziert. Der Typ TC dagegen wurde von 1962 bis 1972 in Brasilien im Werk São Bernardo do Campo nahe São Paulo produziert. Es verließen fast 23.500 Coupés und 176 Cabriolets das brasilianische Werk.

Bei dem Typ 14 TC handelt es sich um einen abgeänderten Typ 14 mit anderen Stoßstangen und Heckleuchten. Ab 1970 gab es ihn auch mit zusätzlichen Ausstellfenstern vorne. In diesem Werk wurden in den Jahren 1970 bis 1976 auch etwa 18.000 Exemplare des Karmann-Ghia TC (Typ 145) nur als Coupé gebaut.

Insgesamt wurden zwischen 1955 und 1976 rund 527.000 Fahrzeuge gebaut. Als Oltimer ist der Karmann-Ghia ein sehr gefragt und ein Sinken der Preise ist in Zukunft nicht zu erwarten.

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VW Golf 1: Der Beginn einer eigenen “Klasse”

Montag, 26. April 2010
VW Golf 1

VW Golf 1

Der VW Golf I ist ein Automodell der Kompaktklasse der Volkswagenwerk AG, das von 1974 bis 1983 über 6,2 Millionen Mal produziertwurde. Obwohl der Käfer weiter produziert wurde, galt der Golf als sein Nachfolger.

Die erste Generation des VW Golf und der 1973 präsentierte VW Passat führten dank ihres Erfolges den Volkswagenkonzern aus der damaligen Unternehmenskrise heraus. Diese resultierte daraus, dass der ehemalige VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff zu lange auf den Käfer und auf die davon abgeleiteten Konstruktionen (allesamt mit Heckmotor) gesetzt hatte, die allerdings bei den Kunden immer weniger ankamen. Nachdem Nordhoff verstorben war, änderte der Nachfolger Kurt Lotz den Weg zu einem neuen Konzept mit wassergekühlten Motoren und Frontantrieb. Die Vorbereitungen zur Serienproduktion des von Ferdinand Piëch bei Porsche entwickelten Käfer-Nachfolgers EA-266 mit Mittelmotorkonzept wurde Ende 1971 gestoppt. Ab 1969 wurde der erste Prototyp unter der Bezeichnung EA-276 entwickelt. Das typische markante Golfdesign, das noch heute als herausragendes Beispiel konsequent moderner Formgebung gilt, erhielt er vom Designer Giorgio Giugiaro, der ihm zu einem Erfolgsprodukt machte. In dem im Mai 1974 vorgestellten Golf wurden die Motoren der VW-Tochterfirma Audi eingebaut. Zu Beginn war das Auto mit 1,1 Liter Hubraum und 50 PS und 1,5 Liter/70 PS erhältlich.

Von Anfang an war der Verkaufserfolg groß. Der Golf galt seinerzeit selbst mit der kleinsten Motorisierung als sportlich. Aufgrund der ersten Ölkrise 1973/74 wurde die Sparsamkeit von Motoren ein wichtiger Punkt, welcher bei der Markteinführung des Golf eine besondere Bedeutung hatte. Der Verbrauch des 37-kW-Motors nach DIN 70030 lag bei 6,4 l pro 100 km bei Ø 90 km/h und konnte mit der Formel E-Ausstattung auf 5,2 l weiter gesenkt werden.

Es stellte sich von Anfang an heraus, dass der Golf ein Verkaufsrenner war. Die Ölkrise steigerte die Nachfrage nach Kompaktwagen, wie sie bis dahin ausschließlich nur aus Italien oder Frankreich kamen. Seither führt der Golf die deutsche Zulassungsstatistik an – mit kurzer Unterbrechung durch den Mercedes-Benz W123 im Jahr 1980.

Im Sommer 1977 gab es für den Golf eine Modellpflege. Die Änderungen an den Fahrzeugen  waren u.a. die Energie absorbierenden Kunststoff-Stoßfänger. Zudem wurde der Rostschutz deutlich verbessert. Frühe Golf-Modelle rosteten schnell aufgrund des damaligen verwendeten minderwertigen Recycling-Stahlblechs. Auslöser war ein relativ hoher Kupferanteil im Metall, der zu interkristalliner Korrosion führte. Im August 1980 kam es zu einer weiteren Modellpflege. Am Heck bekam der Golf breitere Rückleuchten und im Innenraum ein neues Armaturenbrett. Darüber hinaus wurde das Modellprogramm neu strukuriert. Es wurden jetzt die Ausstattungsvarianten C, CL und GL angeboten.

Ab Juni 1982 wurde mit dem Einbau von vorderen Radhausschalen (Innenkotflügel zum Schutz vor Steinschlag) und dem Korrosionsschutz nochmals Veränderungen vorgenommen. Der GTI wurde ab dann auch mit 4 Türen angeboten. Die Vorstellung der Sondermodelle Pirelli-GTI sowie LX und GX läuteten das Ende der Fertigung des Golf I in Europa ein. Nach über 6 Millionen gefertigten Fahrzeugen wurde im August 1983 der überarbeitete Nachfolger VW Golf II präsentiert.

Der Golf 1 wurde als Citi-Golf bis August 2009 in Uitenhage bei Port Elizabeth in Süd-Afrika gebaut. Karmann stellte von 1979 bis 1993 knapp 389.000 Cabriolets her. Der vom Golf I abgeleitete VW Caddy/Pick-up wurde 200.000 Mal produziert.

Im Hinblick auf Ersatzteile ist die Versorgung beim Golf 1, unabhängig vom Baujahr, nach wie vor absolut problemlos. Das Internet erleichtert die Suche nach Ersatzteilen für solche Fahrzeuge erheblich, wie z.B. auf dem Autoteile-Marktplatz daparto. Das Portal bietet die Möglichkeit, bei vielen Online-Shops nach passenden Autoteilen zu suchen, zu vergleichen und zu sparen. Selbst für einen Golf 1 1,6 75PS (Baujahre 1974-1983) sind bei daparto über 6400 Ersatzteile im Angebot, wie z.B.  Bremsscheiben, Anlasser, Lichtmaschine und Zylinderkopfdichtung und vieles mehr….